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Univ.-Prof Dr. Manfred Zehetgruber
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin
Herzultraschall, Echo, Herzecho, Echokardiographie
Die Echokardiographie ist die Ultraschalluntersuchung des Herzens. Sie ist inzwischen in der Kardiologie DIE Routinemethode zur Diagnose von Herzerkrankungen. Das Echo gibt dem Kardiologen Aufschluss über Funktion und Größe und Pumpleistung sowie Funktion der Herzklappen. Im Herzultraschall kann ebenfalls ein Herzinfarkt und seine Ausmaße diagnostiziert werden. Zur genaueren Diagnose kann gelegentlich ein Stress-Ultraschall notwendig sein. Dazu wird medikamentös (Infusion) die Herzfrequenz gesteigert.
Patienten-Tipp: Es sind keine Vorbereitungen notwendig. Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft. :-)
Transösophageale Echokardiographie, TEE, Schluck-Echo
Bei der Schluck-Echokardiographie wird ähnlich einer Magenspiegelung (Gastroskopie) eine flexible Sonde mit einem kleinen Schallkopf in die Speiseröhre eingeführt. Die Untersuchung ermöglicht die Betrachtung des Herzens von hinten. Der Vorteil gegenüber dem normalen Herzultraschall ist die bessere Bildqualität. Außerdem können spezielle Bereiche des Herzens besser dargestellt werden. Durchgeführt wird die Schluck-Echokardiographie häufig bei der Frage nach Blutgerinnsel, Herzklappenentzündung (Endokarditis) und Herzklappenfehler.
Patienten-Tipp: TEEs werden im Krankenhaus durchgeführt. Sie dürfen vier-sechs Stunden vor der Untersuchung nichts mehr essen oder trinken, da sie sonst während der Untersuchung den Mageninhalt erbrechen könnten. Beim Einführen der Sonde kann ein Würgereiz auftreten. Vor der Untersuchung wird daher der Rachen mit einem Vereisungsspray betäubt und sie erhalten eine Beruhigungsspritze. Die Untersuchung selbst dauert meist nur einige Minuten. Nach der Untersuchung dürfen Sie 2 Stunden nichts essen und trinken. Falls Sie eine Beruhigungsspritze erhalten haben, dürfen Sie an diesem Tag auch kein Fahrzeug mehr lenken. Am besten, Sie lassen sich zur Untersuchung bringen und wieder abholen.
Gefäßultraschall der Halsschlagader, Carotisduplex
Die Halsschlagader ist eine Arterie, das sehr leicht mit Hilfe von Ultraschall sichtbar gemacht werden kann. Einengungen in der Halsschlagader und Ablagerungen (Plaques, Atherosklerose, Arteriosklerose) in den Gefäßwänden werden sichtbar gemacht. Risiken für einen drohenden Schlaganfall können so einerseits aufgedeckt und rechtzeitig behandelt werden. Andererseits lässt sich die Frage nach einer beginnenden Arteriosklerose beantworten und Rückschlüsse über das Vorliegen von Gefäßveränderungen an anderen Stellen des Körpers (zb Herzkranzgefäße) können gezogen werden. So wird die Untersuchung häufig bei der Entscheidung, ob vorhandene Risikofaktoren auch medikamentös behandelt werden sollten, herangezogen.
Patienten-Tipp: Die Untersuchung der Gefäße wird im Liegen durchgeführt. Die betroffene Körperregion wird mit Gel bedeckt. Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft. :-)
Ergometrie, Belastungs EKG
Bei der Ergometrie wird unter Belastung (Fahrrad-Ergometer) ein EKG geschrieben. Mit zunehmender Belastung braucht das Herz mehr Sauerstoff, um die notwendige vermehrte Herzarbeit leisten zu können. Wenn ein Herzkranzgefäß verengt ist, bekommt der Herzmuskel nicht ausreichend Sauerstoff. Der Internist und Kardiologe sieht bei dieser Untersuchung, wie Ihr Herz auf diese Belastung reagiert und kann dabei bereits erste mögliche Anzeichen einer koronaren Herzkrankheit (KHK) oder Herzrhythmusstörungen erkennen. Darüber hinaus wird der Blutdruck und Puls (Herzfrequenz) aufgezeichnet. So können Bluthochdruck (Hypertonie) oder Herzrhythmusstörungen wie Herzrasen (Tachykardie), Extraschläge (Extrasystolen) unter Belastung entdeckt werden.
Patienten-Tipp: Zur Ergometrie kommen Sie bitte mit Sportgewand, Turnschuhen und Handtuch. Vor der Untersuchung 2 Stunden nichts essen!
Trainingsberatung
Im Rahmen der Ergometrie kann die aktuelle Leistungsfähigkeit ermittelt werden. Für ein gezieltes Ausdauertraining und Herz-Kreislauf-Training kann Ihnen Ihr Internist und Kardiologe ein individuelles Trainingsprogramm in einem bestimmten Pulsbereich erstellen.
Patienten-Tipp: Zur Berechnung Ihrer individuellen Trainings-Herzfrequenz messen Sie bitte an einigen Tagen vor der Ergometrie gleich nach dem Aufwachen ihre Ruhepuls.
Langzeit EKG, 24 Stunden EKG
Sehr häufig zeigt das Ruhe-EKG, wenn Sie wegen Herzrhythmusstörungen zum Internisten oder Kardiologen gehen, keine Auffälligkeiten. Beim 24-Stunden-EKG wird das EKG über 24 Stunden aufgezeichnet, um auch eher selten auftretende Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, und Extrasystolen zu erkennen. Weiters wird das Langzeit - EKG eingesetzt, um nicht erklärbare Schwindel und Ohnmachtserscheinungen abzuklären, die auch durch Herzrhythmusstörungen hervorgerufen werden können.
Patienten-Tipp: Das EKG wird über 4 Elektroden abgeleitet, die auf der Brust aufgeklebt werden. Diese Elektroden werden mit einem Aufzeichnungsgerät verbunden, das die Größe eines tragbaren Kassettenrekorders hat. Das Aufzeichnungsgerät kann man entweder mit einem Gürtel an der Hüfte befestigen oder es wie eine Umhängetasche tragen. Der Patient erhält bei der Anlage des Gerätes ein Protokoll ausgehändigt, in das er alle Tätigkeiten und Beobachtungen während der Laufzeit der Aufzeichnung eintragen kann. Der Rekorder darf nicht mit Wasser in Berührung kommen, d.h. Schwimmen, Duschen und Saunabesuche sind untersagt. Auch die Mikrowelle darf während der Untersuchungszeit nicht benutzt werden. Ein Langzeit-EKG ist vollkommen schmerzlos. :-)
Telefon-EKG, Telemetrie
Die Herzrhythmuskontrolle im Scheckkartenformat. Diese Karte wird dem Patienten für einige Tage mitgegeben. Wenn Sie eine Herzrhythmusstörung verspüren, legen Sie einfach die EKG-Karte auf die nackte Brust. Per Knopfdruck können bis zu 3 EKGs aufgezeichnet werden. Anschließend übermittelt die Karte das EKG per Telefon oder Handy an Ihren Arzt.
Patienten-Tipp: Die EKG-Karte darf nicht mit Wasser in Berührung kommen.
Herzkatheter, Koronarangiographie (Ballondilatation, Stentimplantation)
Eine Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) wird sowohl bei Patienten mit Angina pectoris Beschwerden als auch bei Infarktpatienten durchgeführt um die Herzkranzgefäße zu beurteilen. Bei der Koronarangiographie wird die Arterie in der Leistengegend (manchmal auch am Arm) angestochen. Ein Draht und ein kurzes Schläuchlein, die so genannte „Schleuse“, werden in das Gefäß eingeschoben und fixiert. Durch diese „Schleuse“ schiebt der Kardiologe den Katheter (zwei Millimeter dünne Sonde) unter Röntgenkontrolle über die Aorta in die Abgänge der Koronargefäße beziehungsweise in die linke Herzkammer vor. Durch den Katheter wird Kontrastmittel eingespritzt, dadurch können Herzkranzgefäße, Herzklappen und die Funktion der linken Herzkammer beurteilt werden. Falls notwendig, kann im Rahmen der Koronarangiographie bei Vorliegen von hochgradigen Engstellen eine Ballondilatation, Stentimplantation angeschlossen werden.
Patienten-Tipp: Herzkatheter werden nur im Krankenhaus im Rahmen eines stationären Aufenthalts durchgeführt. Die Untersuchung ist indiziert, wenn man mit anderen, sogenannten nicht-invasiven Methoden, keine ausreichende Diagnose stellen konnte.
Weitere Information finden Sie in meinem Ratgeber „Herzensbildung“ im Kapitel „Herzkatheter (Koronarangiographie“ bzw. „Ballondilatation und Stentimplantation“
Vorsorgeuntersuchung (Kardio-Check)
Das Auftreten vieler Herz-Kreislauferkrankungen ist nicht nur schicksalhaft. Oftmals sind vermeidbare Risikofaktoren (z. B. Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel) als wesentliche Ursache anzusehen. Selbst die moderne High-Tech Medizin kann auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn die zugrunde liegenden Risikofaktoren erkannt und konsequent behandelt werden. Noch besser aber ist, wenn durch frühzeitige Änderung des Lebensstils diese Erkrankungen gar nicht erst entstehen. Eine Vorsorgeuntersuchung hilft Ihnen, Ihr persönliches Herz-Kreislauf-Risiko zu erstellen und rechtzeitig mit notwendigen Therapien und Lebensstiländerungen zu beginnen.
Die Zielwerte der wichtigsten Risikofaktoren sind in der folgenden Tabelle ersichtlich (gelten nur, insofern keine anderen Risikofaktoren wie Herzinfarkt, Diabetes etc dazukommen!):
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Risikofaktor
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Zielwert
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Blutdruck
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Gesamtcholesterin
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LDL-Cholesterin
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HDL-Cholesterin bei Frauen
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HDL-Cholesterin bei Männern
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Triglyceride
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Nüchternblutzucker
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unter 100 mg/dl
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Patienten-Tipp: Weitere Information finden Sie in meinem Ratgeber „Herzensbildung“ im Kapitel: „RISIKOFAKTOREN“
OP Freigabe
Eine internistische Operationsfreigabe vom Facharzt für Innere Medizin wird vor fast allen Operationen verlangt. Die verlangten Befunde sind neben einer internistischen Untersuchung meist EKG, Blutbefunde und Lungenröntgen, wobei die Befunde nicht älter als 2 Wochen sein sollten.
Patienten-Tipp: Am besten, Sie kommen zum Internisten bereits mit Röntgen und Laborbefund ansonsten müssen Sie eventuell ein zweites Mal zur Befundbesprechung kommen!
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