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Inhalt: Herz-Lungen-Zentrum Ebreichsdorf, Dr. Manfred Zehetgruber, Dr. Leopold Stiebellehner, Internist Wien, Pulmologe Wien, Kardiologe Wien, Pulmologie, Lungenfacharzt, Kardiologie, Innere Medizin, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Atemnot, Asthma, Schlafapnoe

Herzensbildung

Ein medizinischer Ratgeber zu Herz-Kreislauferkrankungen


Leseprobe:
Risikofaktoren

Die gefährlichsten Herzkrankheiten sind immer noch Neid, Haß, Geiz.
Pearl S. Buck

Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Erkrankung zu erleiden. Man unterscheidet veränderbare und nicht veränderbare Risikofaktoren. Je mehr von den unten angeführten Risikofaktoren bei Ihnen zutreffen, desto größer ist Ihre Wahrscheinlichkeit früher oder später eine Herz-Kreislauferkrankung (KHK, Herzinfarkt) zu erleiden. Die meisten der Patienten weisen mehrere Risikofaktoren auf.

Unsere Blutgefäße altern ebenso wie unser gesamter Körper. Bereits ab dem zweiten Lebensjahrzehnt entstehen erste Ablagerungen in den Gefäßen – die Atherosklerose. Diese schreitet umso schneller fort, je mehr Risikofaktoren vorhanden sind. Frau zu sein ist ein Schutzfaktor. Die Östrogene haben eine günstige Wirkung auf den Fettstoffwechsel, die dann nach dem Wechsel (Klimakterium) verloren geht. Das ist der Grund warum Männer früher einen Herzinfarkt erleiden, Frauen aber dann in höherem Lebensalter häufiger einen Infarkt erleiden.

Die Vererbung spielt auch eine wichtige Rolle. Wir alle kennen so genannte Infarktfamilien. Ihr Kardiologe wird Sie daher immer nach Erkrankungen Ihrer Eltern, Geschwister befragen – je gesünder diese sind, umso eher werden auch Sie gesund bleiben. Traten umgekehrt bei Ihren engsten Verwandten frühzeitig Herz-Kreislauferkrankungen auf, sollten Sie und Ihr Internist besonders genau nach beeinflussbaren Riskofaktoren fahnden und diese konsequent behandeln.

 
Rauchen

Nikotin und andere Rauchinhaltsstoffe (Teer, Kohlenmonoxid, Benzpyrene) schädigen die Gefäßinnenwand. Diese Wandschäden führen zu Anlagerungen von Zellen zur Reparatur der geschädigten Gefäßwand. Leichte Schäden heilen wieder vollständig aus, aber Schäden durch andauernden Nikotinmissbrauch führen zu anhaltenden Auflagerungen (Blutplättchen, Cholesterin, Bindegewebe,…) und somit zu erheblichen Verdickungen der Gefäßinnenwand.
Schließlich kann es nach jahrelangem Missbrauch zu einem kompletten Verschluss eines Gefäßes mit den Folgen eines Herzinfarktes, Schlaganfalls oder Raucherbeins kommen.

Ist es sinnvoll das Rauchen aufzugeben?
Das Rauchen zu beenden zahlt sich bei jedem und zu jeder Zeit aus. Nach einem Jahr Abstinenz haben Sie Ihr Risiko für einen Infarkt bereits um die Hälfte reduziert. Nach 10–14 Jahren haben Sie dann dasselbe Herzinfarkt- und Lungenkrebsrisiko wie ein Nichtraucher.

Tipps zur Änderung des Rauchverhaltens

  • Verwenden Sie in Situationen bei denen Sie früher geraucht haben z. B. einen Kaugummi.
  • Erzählen Sie Ihren Freunden, dass Sie das Rauchen beendet haben. Viele werden Sie beneiden!
  • Bringen Sie Ihre Raucherkollegen dazu, Sie bei Ihrem Unternehmen zu unterstützen. Vielleicht beenden Sie gemeinsam mit Ihnen das Rauchen.
  • Beschäftigen Sie sich, um sich von Ihrem Verlangen nach einer Zigarette abzulenken. Erledigen Sie alle ausständigen Arbeiten, waschen Sie Ihr Auto, spielen Sie mit Ihren Kindern
  • Wenn Sie zu stark durch Naschen Gewicht zunehmen, versuchen Sie mal statt Schokolade und Keksen einfach Obst oder Gemüse (Karotten, Äpfel, etc.)
  • Die Symptome der Nikotinabhängigkeit können mittels Nikotinersatztherapie (Kaugummi, Pflaster, Inhalator) gemindert werden.

Manche Raucher können Ihren Tabakkonsum ohne jegliche Hilfe einstellen, einige von Ihnen werden aber Hilfsmittel benötigen, da Sie nämlich vom Nikotin abhängig geworden sind. Für jene Raucher würde ein plötzliches Absetzen des Nikotins Entzugserscheinungen hervorrufen. Diese zeigen sich in Form von Gereiztheit, depressiver Verstimmung, innerer Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten, Appetitsteigerung, Nervosität, Müdigkeit, Schlaflosigkeit oder auch Blutdruckabfall. Um diese Symptome zu verhindern bzw. zu lindern, gibt es die Möglichkeit einer Nikotinersatztherapie. Neben den bekannten Kaugummis und Nikotinpflastern gehören auch Nasensprays, Sublingualtabletten und vor allem der Inhalator dazu. Er mindert nicht nur die Entzugssymptome, sondern bietet als zigarettenähnliches Instrument auch eine gewisse psychologische Hilfestellung.

Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer wieder von der Bedeutung der Gefahr des Rauchens für seine Gesundheit liest, hört in den meisten Fällen auf - zu lesen.
Winston Churchill

 
Bluthochdruck (Hypertonie)

Was versteht man unter Blutdruck?
Der Blutdruck ist der in Blutgefäßen und Herzkammern herrschende Druck. Er hängt unter anderem von der Kraft ab, mit der das Herz das Blut in die Arterien pumpt und ob die Gefäße weit oder eng gestellt sind. Der Blutdruck wird mit zwei Zahlen angegeben, zum Beispiel „120 zu 80“, geschrieben 120/80 mmHg. Der erste Wert gibt den so genannten systolischen Blutdruck an, dies ist der höchste Druck, der bei der Kontraktion des Herzens erreicht wird. Der zweite Wert gibt den so genannten diastolischen Blutdruck an, dies ist der geringste Druck, der in den Schlagadern herrscht, während das Herz sich mit Blut füllt.

Was ist erhöhter Blutdruck?
Wird bei einem Erwachsenen der Blutdruck in Ruhe gemessen, sollte der systolische (der höhere erste) Wert nicht über 140 mmHg und der diastolische (der niedrigere zweite) Wert nicht über 90 mmHg liegen. Wenn bei 30 Messungen mehr als 7 dieser Werte über der Norm liegen, so spricht man von Bluthochdruck (Hypertonie).

Wie messe ich meinen Blutdruck?
Zuerst legen Sie die Blutdruckmanschette je nach Gerät am Oberarm oder Handgelenk an. Bei den meisten modernen Blutdruckgeräten wird der Druck dann per Knopfdruck automatisch gemessen. Handgelenksgeräte sind zwar einfacher zu bedienen, aber beimanchen Patienten zeigen sie falsche Werte. Es ist daher wichtig,vor dem Kauf eines Blutdruckmessgerätes die Werte zwischen Oberarm- und Handgelenksmanschette zu vergleichen. Oberarmgeräte sind zwar nicht so einfach anzulegen, weisen aber meist präzisere Werte auf.

Wie oft und wann soll ich messen?
Bei Neueinstellung Ihres Blutdruckes beziehungsweise Änderung der Blutdruckmedikation sind anfangs häufige und regelmäßige Messungen notwendig (mindestens 2-mal täglich etwa zur gleichen Tageszeit – z. B. morgens und abends – für etwa 15 Tage). Schreiben Sie die Messwerte in eine Blutdrucktabelle. Die Messung sollte in Ruhe und sitzend erfolgen, nicht nach Belastung.

Welche Symptome zeigt erhöhter Blutdruck?
Meist treten bei erhöhtem Blutdruck zunächst keine Beschwerden auf. Die betroffenen Personen fühlen sich manchmal sogar besonders fit und munter. Bei sehr hohem Blutdruck kann es aber zu Kopfschmerzen, Schwindel, Rötung der Gesichtshaut, Übelkeit oder Ohrensausen kommen.

Warum soll ich öfter messen?
Der Blutdruck passt sich den täglichen Aktivitäten an, die Blutdruckwerte steigen bei körperlicher Anstrengung oder Aufregung. Deshalb sind einzelne Werte nicht sehr aussagekräftig.

Welche Ursachen gibt es für Bluthochdruck?
Bei ca. 90 % der Patienten ist die Ursache für den erhöhten Blutdruck nicht bekannt. In diesen Fällen spricht man von einer primären (essenziellen) Hypertonie. In seltenen Fällen wird der Blutdruck durch eine andere Grunderkrankung bedingt. Man spricht von sekundärer Hypertonie. Männer haben häufiger hohen Blutdruck als Frauen, ältere Menschen sind stärker betroffen als junge.

Warum ist zu hoher Blutdruck gefährlich?
Aufgrund des hohen Blutdruckes muss das Herz schwere Arbeit leisten und auch die Arterien werden stark belastet.

Wie kann ich meinen Blutdruck senken?

  • Ausgewogene gesunde Ernährung: wenig Salz
  • Gewichtsreduktion um 1 Kilo reduziert den systolischen Druck um 2 mmHg
  • wenig Alkohol (2 Flaschen Bier täglich erhöhen die Blutdruckwerte um 5–10 mmHg)
  • Rauchen beenden
  • Regelmäßige Bewegung: ideal sind Ausdauersportarten wie Spazieren, Laufen, Schwimmen, Radfahren
  • Vermeiden von Stress: nehmen Sie regelmäßig Auszeiten

Was kann mein Internist tun?
Als ersten Schritt wird er Sie beraten, welche nichtmedikamentösen Maßnahmen Sie forcieren sollten. Helfen diese Allgemeinmaßnahmen nicht, besteht immer noch die Möglichkeit medikamentös einzugreifen. Die wichtigsten Präparate sind

  • Diuretika
  • Beta-Blocker
  • ACE-Hemmer
  • AT1-Rezeptorblocker
  • Kalziumantagonisten
  • Alpha-Blocker

Wichtig bei der Medikamenteneinnahme ist, sie über Monate bzw. sogar lebenslang zu nehmen, auch wenn sich der Blutdruck unter dieser Therapie normalisiert hat. Ein Abbruch oder unregelmäßige Einnahme führen erneut zu Bluthochdruck.

 
Blutfette (Lipide)

Blutdrucknormalisierung bewirkt Risikoreduktion bis zu 54 % Cholesterin ist eines der Blutfette (Lipide) des Körpers. Es ist zusammen mit einer anderen Fettart, den Triglyceriden, ein wichtiger Baustein aller Zellen. Außerdem ist es Grundbaustein für einige lebenswichtige Hormone und spielt eine entscheidende Rolle im Energiehaushalt. Die Höhe des Cholesterinspiegels hängt von der Cholesterinzufuhr mit der Nahrung und von der körpereigenen Produktion in der Leber ab. Im Blut ist das Cholesterin an bestimmte Eiweißstoffe (Proteine), sog. Lipoproteine, gebunden. Man unterscheidet LDL- und HDL-Cholesterin-Komplexe.

Gutes HDL und böses LDL-Cholesterin
LDL-Cholesterin transportiert die Fette zu den Zellen und damit auch in die Gefäße, wo es zu Fetteinlagerungen kommt. Das HDL Cholesterin hingegen transportiert das Cholesterin von den Zellen zur Leber, wo es dann abgebaut wird. Es verhindert damit die Fetteinlagerung in den Gefäßwänden.

Wie kommt es zu erhöhten Blutfetten?

  • durch falsche Ernährung
  • durch vererbbare Faktoren
  • als Folgeerscheinung anderer Krankheiten wie
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Nierenleiden
  • Zuckerkrankheit (Diabetes)
  • Alkoholabhängigkeit

Wie bemerke ich erhöhten Cholesterinwert?
Ein erhöhter Cholesterinspiegel verursacht keine Beschwerden. Nur durch Blutuntersuchungen wird man auf die erhöhten Blutfette aufmerksam. Gehen Sie deshalb regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung.

Warum sind erhöhte Cholesterinwerte gefährlich?
Aufgrund der erhöhten Blutfette kommt es zu Fetteinlagerungen in den Gefäßwänden. In Kombination mit anderen Risikofaktoren führt dies früher oder später zu den typischen Herz-Kreislauferkrankungen. Das Infarktrisiko ist hierbei sowohl bei erhöhtem Gesamtcholesterin (mehr als 200 mg/dl) als auch bei einer Verschiebung des LDL/HDL-Verhältnisses zulasten des HDL (HDL weniger als 35 mg/dl, LDL mehr als 150 mg/dl) deutlich erhöht.

Was kann ich dagegen tun?

  • Fettarme Ernährung
  • Regelmäßige Bewegung
  • Gewichtsreduktion
  • Mäßiger Alkoholkonsum (bewirkt HDL-Erhöhung. Bei übermäßigem Alkoholkonsum kommt es aber zu deutlicher Erhöhung der Triglyzeride!)

Was kann mein Arzt tun?
Die Behandlung besteht zunächst aus der Verordnung von cholesterinarmer Diät, viel Bewegung an frischer Luft, Rauchverbot und nur mäßigem Alkoholkonsum. Reduziert sich der Cholesterinspiegel trotz dieser Maßnahmen nicht, ist eine medikamentöse Behandlung notwendig. Die wichtigsten Medikamente dazu sind die Statine.

 
Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Von einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) spricht man, wenn Nüchternblutzuckerwerte über 126 mg/dl oder Blutzuckerwerteunabhängig von der letzten Nahrungsaufnahme über 200 mg/dl liegen. Von einem gestörten Glukosehaushalt (Zuckerhaushalt)spricht man bei Nüchternblutzuckerwerten zwischen 110 und 126mg/dl und 140 bis 200 mg/dl nach Nahrungsaufnahme. Der Langzeitzuckerwert (HbA1c) kann zur Verlaufskontrolle heran gezogen werden. Der Zielwert liegt unter 7% („Traumwert“ 6,5%).

Welche Diabetes-Formen gibt es?
Anhand der Ursachen kann man Diabetes grundsätzlich in zweiTypen einteilen. Resultiert die Zuckerkrankheit aus einem Insulinmangel, spricht man vom Typ I Diabetes, früher auch juveniler Diabetes genannt, da er vorwiegend im jungen Alter (unter 30Jahre) auftritt. Besteht die Ursache in einer verminderten Wirksamkeit des Insulins im Organismus – vor allem bei Übergewicht –spricht man vom Typ II Diabetes, früher auch Altersdiabetesgenannt, da man ihn vorwiegend im höheren Alter findet.

Wie erkenne ich Diabetes mellitus?
Häufig wird die Diagnose zufällig im Rahmen einer Laboruntersuchung gestellt. In diesem Fall bestehen keine Symptome oder sie werden nicht erkannt. Bei stark erhöhten Blutzuckerwerten wird der überschüssige Zucker über den Harn ausgeschieden. Die Folge sind große Harnmengen und starker Durst. Hält dieser Zustand längere Zeit an, treten zusätzlich Müdigkeit, Gewichtsverlust und ein Leistungsabfall auf. Weitere Hinweise sind häufige Infektionen und eine schlechte Wundheilung.

Warum ist Diabetes mellitus so gefährlich?
Wurde bei einer Laboruntersuchung ein erhöhter Blutzuckerwert festgestellt oder zeigen sich Symptome, sollten Sie sofort ihren Internisten konsultieren.

Wie kann ich „meinen Zucker“ senken?
Ein ausgedehnter Spaziergang kann schon der erste Schritt zum Erfolg sein. Die Basistherapie beim Typ II Diabetes ist die Änderung der Essgewohnheiten verbunden mit mehr Bewegung. Ziel ist eine Gewichtsreduktion, da Übergewicht den wichtigsten Risikofaktor für den Typ II Diabetes darstellt. Allein durch regelmäßige körperliche Aktivität und Gewichtsreduktion kann das HbA1c um bis zu 2 % gesenkt werden.

Was kann mein Arzt tun?
Therapie der Wahl für den Typ I Diabetes ist Insulin. Beim Typ II wird Ihr Arzt vor der medikamentösen Therapie versuchen durch Änderung Ihrer Essgewohnheiten, körperlicher Bewegung und Gewichtsreduktion den Blutzucker zu senken. Hilft diese Allgemeinmaßnahme nicht, besteht immer noch die Möglichkeit medikamentös einzugreifen. Anfänglich werden Medikamente verwendet, die entweder die Empfindlichkeit der Organe auf das Insulin steigern oder die Aufnahme von Zuckerbestandteilen vom Darm ins Blut verzögern. Später können noch Medikamente gegeben werden, die den niedrig gewordenen Insulinspiegel anheben. Nach Jahren der Diabetestherapie kann es allerdings vorkommen, dass die Bauchspeicheldrüse trotz medikamentöser Unterstützung nicht mehr genügend Insulin produziert. In diesem Fall muss auf Insulin umgestellt werden.

Diabetes mellitus führt nach unterschiedlich langen Vorlaufzeiten mit Sicherheit zu typischen Organveränderungen. Abhängig von der Einstellung des Zuckers können diese bereits nach wenigen Jahren auftreten. Gelegentlich findet man sie aber bereits bei der Entdeckung des Diabetes. Neben den typischen Herz-Kreislauferkrankungen kann es durch chronische Gefäßschäden noch zu Sehstörungen, Nierenversagen und Nervenstörungen (Neuropathie) an den Beinen, Füßen und im Verdauungstrakt kommen. Außerdem zeigen Diabetespatienten eine erhöhte Infektanfälligkeit und eine schlechte Wundheilung.

Worauf muss ich als Diabetiker achten?
Achten Sie außer auf die korrekte Einstellung ihres Zuckers auch auf Ihren Blutdruck und auf ihre Füße! Diabetiker haben ein 20fach erhöhtes Risiko für Beinamputationen. Vermeiden Sie barfuß gehen. Auch kleine Verletzungen müssen Sie immer sorgfältig desinfizieren um Infektionen zu verhindern. Tragen Sie passendes Schuhwerk um Druckstellen zu vermeiden. Wenn Sie zur Fußpflege gehen, sollten Sie darauf achten, dass der Fußpfleger eine Zusatzausbildung für diabetische Füße hat.

Kann ich meinen Blutzucker selber kontrollieren?
Ja, Diabetiker können ihren Zucker selbst kontrollieren. Davor müssen Sie allerdings (meist im Krankenhaus) in den Umgang mit den Messgeräten eingeschult werden.

 
Übergewicht (Adipositas)

Die meisten übergewichtigen Menschen ernähren sich falsch. Die Folge sind erhöhte Blutfette (Cholesterin, Triglyzeride). Um diese Frage zu beantworten berechnen Sie einfach ihren Body Mass Index (BMI).

Was ist der Body Mass Index (BMI)?
Mit Hilfe des Body Mass Index können Sie feststellen, ob Sie übergewichtig sind oder nicht.

  • BMI unter 25 Normalgewicht
  • BMI 25 bis 29,9 mäßiges Übergewicht
  • BMI 30 bis 39,9 starkes Übergewicht
  • BMI 40 und darüber sehr starkes Übergewicht

Wie kann ich meinen BMI berechnen?
Berechnen können Sie ihn mit einer einfachen Formel. Nehmen Sie dazu einen Taschenrechner zur Hand. Beispiel: Sie sind 1,80 m groß und haben 86 kg. Zuerst rechnet man 1,80 x 1,80 = 3,24.
Nun dividieren Sie 86 : 3,24 = 26,54. Ihr Body Mass Index ist also 26,54.

Keinesfalls sollten Sie eine der bekannten Diäten anwenden, bei denen Sie in Kürze viele Kilos verlieren. Meist kommt es nämlich zum sog. Jo-Jo-Effekt. Das heißt, die Kilos legen sich ebenso schnell wieder an, wie sie runtergepurzelt sind. Der Idealfall wäre eine Umstellung auf gesunde Ernährung (siehe Ernährungstipps) mit viel Obst und Gemüse, wenig Fett, wenig Fleisch, öfter Fisch, etc. Natürlich sollten Sie auch bei einer gesunden Ernährung auf die Kalorienmenge achten. Hilfestellung kann dazu ein Ernährungsprotokoll leisten. Schreiben Sie jeden Tag auf, was Sie wann, wo und vor allem wie viel Sie davon gegessen haben. Versuchen Sie es dann am nächsten Tag besser zu machen, indem Sie auf unnötige Nahrungsmittel verzichten. Ernähren Sie sich abwechslungsreich. Erteilen Sie sich keine Verbote! Auch ungesündere Lebensmittel (z. B. Schokolade) dürfen Sie essen, allerdings mit Maß und Ziel. Essen Sie statt einer Tafel Schokolade täglich nur eine pro Woche. Ernähren Sie sich bewusst und langsam. Bewegen Sie sich regelmäßig um Ihren Energieverbrauch zu erhöhen.

O, wie ist das hinderlich,
Wenn man ringsherum an sich
So viel Fettigkeit besitzt,
Dass man pusten muss und schwitzt.
Wilhelm Busch

Eine Gewichtsabnahme von 5 kg bedeutet 30 % weniger Blutdruckmedikamente.Eine Gewichtsabnahme von 5 kg bedeutet 30 % weniger Blutdruckmedikamente.

Wie viele Kalorien darf ich pro Tag essen?
Damit Sie Gewicht abnehmen, dürfen Sie eine gewisse Kaloriengrenze nicht überschreiten. Sie können diese Grenze einfach mit einer Formel berechnen:

Körpergewicht (kg) x 24 x 2/3 = Kilokalorien

Wenn Sie zum Beispiel 80 kg wiegen, rechnen Sie 80 x 24 x 2 : 3 = 1280 Kilokalorien. Wollen Sie abnehmen, dürfen Sie nicht mehr als 1280 Kilokalorien pro Tag zu sich nehmen. Betreiben Sie daneben Sport, dürfen es natürlich ein paar Kalorien mehr sein.

Wie viele Kalorien verbrenne ich bei welcher Tätigkeit?

  • Gehen 190 – 320 kcal/h
  • Hausarbeit 160 – 340 kcal/h
  • Rad fahren 170 – 470 kcal/h
  • Tanzen 200 – 700 kcal/h
  • Schwimmen 300 – 700 kcal/h
  • Laufen 600 – 800 kcal/h
  • Langlaufen 680 – 1400 kcal/h

Wie schnell sollte ich abnehmen?
Wenn Sie richtig abnehmen, werden Sie nur etwa 1 kg Gewicht pro Woche verlieren. Sind Sie stark übergewichtig kann es auch etwas mehr sein. Auf jeden Fall brauchen Sie Zeit und Geduld um Ihr Ziel zu erreichen. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihr Gewicht!

Ist es schlecht am Abend zu essen?
Ja, am Abend sollten Sie nur mehr in Maßen essen. Der Grund ist ein reduzierter Stoffwechsel während der Nacht. Die Folge sind eine verminderte Nahrungsverbrennung und somit eine vermehrte Fettablagerung im Gewebe. Am besten ist es, die letzte Mahlzeit zwischen 17 und 18 Uhr einzunehmen.

 
Bewegungsmangel

In unserer Zeit sind sehr viele Menschen von Übergewicht und erhöhten Blutfetten betroffen. Ein wichtiger Mitgrund dieser Erkrankungen ist der Bewegungsmangel. Somit ist Bewegungsmangel ein Risikofaktor für eine koronare Herzkrankheit.

3 Stunden pro Woche schnelles Gehen
Risikoreduktion für Herzerkrankungen um 35 %

Was bewirkt Bewegung für mein Leben?

  • Gesteigerte Leistungsfähigkeit im Alltag
  • Absinken des „bösen“ LDL- Cholesterins
  • Ansteigen des „guten“ HDL-Cholesterins
  • Verbesserung der Blutdruckwerte
  • Gewichtsreduktion
  • Vermeidung der Zuckerkrankheit im Alter
  • Freude an der Bewegung
  • Reduktion des Risikos für Herzinfarkt
  • Mehr soziale Kontakte

Soll ich auch nach einem Infarkt körperlich aktiv sein?
Unbedingt! Sport und Bewegung verbessern Ihren Zustand erheblich und steigern Ihre Langzeitprognose deutlich. Bevor Sie jedoch mit einer Sportart beginnen, müssen Sie Ihren Kardiologen aufsuchen. Er wird für Sie ein individuelles Trainingsprogramm erstellen, damit Sie Ihren Körper nicht überbeanspruchen.

Wie oft, wie lange soll ich Sport treiben?
zumindest 30 Minuten täglich, 3 bis 4 Mal pro Woche

Wie sieht ein Trainingsprogramm aus?
Grundsätzlich wird jedes Training mit einem leichten Aufbautraining über mehrere Wochen beginnen. Dabei wird Ihre Leistungsfähigkeit langsam gesteigert. Sie werden zum Beispiel mit 3 x wöchentlich 20 Minuten Belastung beginnen und schließlich 4 x wöchentlich 50 Minuten oder mehr erreichen. Wenn Sie Ihr Wunschziel erreicht haben, wird durch regelmäßiges Training Ihre Leistungsfähigkeit erhalten bleiben.

Kann ich auch falsch trainieren?

Ja, viele Menschen übertreiben ihr Training und erreichen damit genau das Gegenteil. Trainieren Sie in einem zu hohen Pulsfrequenzbereich, bauen Sie weder Fett ab, noch erreichen Sie eine Leistungssteigerung. Die Folgen sind Muskelkater und Erschöpfung.
Außerdem sollten Sie nicht einmal pro Woche 2 Stunden trainieren, sondern regelmäßig etwa 30 Minuten, um so Ihr Herz zu stärken. Trainieren Sie nicht, wenn Sie an einem grippalen Infekt leiden oder Fieber haben! Es besteht dann nämlich die Gefahr einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis).

 
Stress

Unter Stress verstehen wir geistige und körperliche Belastungen, die eine Ausschüttung von Stresshormonen (Adrenalin, Cortisol) hervorrufen. Der Sinn dieser körperlichen Reaktion besteht darin, den Körper für eine Leistungssteigerung vorzubereiten. Es kommt zu einer Blutdruckerhöhung und Steigerung der Herzfrequenz.

Warum kann Stress gefährlich werden?
Bei normalem Stress (Eustress) des täglichen Lebens ist der Ablauf einer Stressreaktion ungefährlich. Anders sind die Umstände bei Dauerstress (Dystress). Hier werden ständig vermehrt Stresshormone produziert und der Körper wird dauerhaft in einem erhöhten Leistungszustand gehalten. Die Folgen sind mannigfaltig: Engstellung der Gefäße, Anstieg von Bluthochdruck und Blutzucker, Migräne, Depression, Schlaflosigkeit, Muskelverspannungen, Magengeschwüre. Es steht heute außer Zweifel, dass chronischer Stress ein ganz wesentlicher Risikofaktor ist.

Ausspannen, Auszeit nehmen, Urlaub machen!
Dauerstress heißt 4fach erhöhtesRisiko für tödliche Komplikationen nach Infarkt.

Welche Dauerstressarten sind zu beachten?

  • anhaltende schwere seelische Belastungen und Ängsteständiger Zeitdruck, Hektik und Überforderung
  • chronische Erkrankungen
  • Vereinsamung
  • soziale Missstände (bedrückende Wohnverhältnisse, finanzielle Probleme)
  • Verkehrslärm
  • extreme körperliche Belastungen

Was kann ich dagegen tun?
Manche Menschen brauchen keine Hilfe, sie können sehr gut mit Stress umgehen. Viele sind jedoch nicht in der Lage richtige Stressbewältigungsstrategien zu entwickeln.
Derartige Menschen lösen Stresssituationen meist mit Rauchen, Essen und ähnlichen „ungesunden“ Taktiken. Um mit Stress besser Verkrampfungen gelöst und Sie einen Zustand völliger Entspanfertig zu werden, muss man als Erstes versuchen, seine individuellen stressauslösenden Situationen durch Selbstbeobachtung zu erkennen und die schlechten Bewältigungsstrategien durch neue spezielle Bewältigungsstrategien zu ersetzen.

  • Negative Gedanken (z. B. das schaffe ich nie) durch positive Gedanken ( jetzt erst recht) ersetzen
  • Aussprache mit anderen Menschen
  • Einplanen von entspannenden und genussvollen Aktivitäten in den Tagesablauf (sportliche Aktivitäten wie Laufen, Schwimmen; Hobbies)
  • Entspannungsmethoden (z. B. progressive Muskelentspannung, Yoga, autogenes Training)

Sollte man allein nicht in der Lage sein Stress zu bewältigen, ist es ratsam sich professionelle Hilfe bei einem Psychologen, Psychiater oder Psychotherapeuten zu holen.

Die größte aller Torheiten ist, seine Gesundheit aufzuopfern, für wen es auch sei, für Erwerb, für Beförderung, für Gelehrsamkeit, Ruhm, geschweige für Wolllust und flüchtige Genüsse.
Arthur Schopenhauer

 
Weniger bekannte Risikofaktoren

In den letzten Jahren wurden neben den „klassischen“ Risikofaktoren noch einige andere Faktoren entdeckt, die ebenfalls das Herzinfarktrisiko erhöhen.

Lipoprotein (a)
ist eines der Proteine im Körper, die Fette binden. Im Gegensatz zu anderen Fett-Protein-Komplexen (z. B. LDL) kann es nicht durch die Nahrungsaufnahme oder medikamentös beeinflusst werden. Die Konzentration von Lipoprotein (a) wird vor allem durch Erbanlagen bestimmt.

Homocystein
Homocystein ist eine Aminosäure. Aminosäuren sind wichtige Bausteine für unseren Stoffwechsel. Gebildet wird Homocystein vom Körper selbst. Ist der Abbau gestört und die Konzentration im Blut erhöht, kann es zur Entstehung von Arteriosklerose kommen.
Die genauen Vorgänge hierzu sind noch nicht geklärt. Ursachen für den gestörten Abbau sind vor allem Vitamin B-Mangel, aber auch der normale Alterungsvorgang.

Fibrinogen
Fibrinogen ist ein wichtiger Bestandteil im Rahmen der Blutgerinnung. Es wirkt bei der Bildung von Blutgerinnseln mit. Erhöhte Fibrinogenspiegel im Blut bedeuten eine verstärkte Neigung Blutgerinnsel zu bilden und damit ein gesteigertes Herzinfarktrisiko. Man findet erhöhtes Fibrinogen vor allem bei übergewichtigen Menschen und Rauchern. Eine Senkung erhöhter Werte ist durch Gewichtsreduktion und Beendigung des Rauchens, aber auch durch Medikamente (Fibrate) möglich.

Alles, was man nicht ißt, ist gut für die Gesundheit.
Guido Ceronetti

 
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