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Inhalt: Herz-Lungen-Zentrum Ebreichsdorf, Dr. Manfred Zehetgruber, Dr. Leopold Stiebellehner, Internist Wien, Pulmologe Wien, Kardiologe Wien, Pulmologie, Lungenfacharzt, Kardiologie, Innere Medizin, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Atemnot, Asthma, Schlafapnoe

Herzensbildung

Ein medizinischer Ratgeber zu Herz-Kreislauferkrankungen

Leseprobe:
Herzkatheter (Koronarangiographie)

Eine Links-Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) wird sowohl bei Patienten mit Angina pectoris-Beschwerden als auch bei Infarktpatienten durchgeführt. Bei der Koronarangiographie wird die Arterie in der Leistengegend (manchmal auch am Arm) angestochen. Ein Draht und ein kurzes Schläuchlein, die so genannte „Schleuse“, werden in das Gefäß eingeschoben und fixiert. Durch diese „Schleuse“ schiebt der Arzt oder die Ärztin den Katheter (zwei Millimeter dünne Sonde) unter Röntgenkontrolle über die Aorta in die Abgänge der Koronargefäße beziehungsweise in die linke Herzkammer vor. Durch den Katheter wird Kontrastmittel eingespritzt, dadurch können die Herzkranzgefäße, die Hauptschlagader (Aorta), die Herzklappen (Mitralklappe, Aortenklappe) und die Funktion der linken Herzkammer beurteilt werden. Die Ausbreitung des Kontrastmittels kann mit einem kurzzeitigen Wärmegefühl einhergehen.
Zur Untersuchung des rechten Herzens wird ein Rechtsherzkatheter (Einschwemmkatheter, Kleiner Herzkatheter) verwendet. Die Untersuchung läuft wie beim Linksherzkatheter ab, nur wird hier anstelle einer Arterie eine Vene punktiert. Diese Untersuchung erlaubt Rückschlüsse auf die Menge Blut, die das Herz pro Minute pumpt, sowie auf einen möglichen Blutrückstau vor dem rechten Herzen und ermöglicht die Bestimmung des Blutdruckes in der Lunge.

Welche Risiken hat eine Herzkatheter-Untersuchung?
In den meisten Fällen verläuft eine Herzkatheteruntersuchung komplikationslos.
Gelegentlich kann es zu einem Bluterguss (Hämatom) im Bereich der Einstichstelle kommen oder es treten allergische Reaktionen nach Gabe des Kontrastmittels oder anderer Medikamente auf. In den seltensten Fällen wird beim Vorschieben des Katheters die Gefäßwand durchstoßen (Perforation) oder werden Thromben von der Gefäßwand abgelöst und dabei eine Embolie verursacht. Weiters kann es zu vorübergehenden Herzrhythmusstörungen kommen.

Welche Information erhält der Arzt durch eine Koronarangiographie?
Der Kardiologe sieht während der Untersuchung, ob die Herzkranzgefäße normal, verengt oder verschlossen sind. Je nach Ausmaß und Lokalisation der Engstellen entscheidet sich die weitere Vorgehensweise:
1. Das betroffene Gefäß wird im Rahmen derselben Untersuchung aufgedehnt und evtl. ein Stent implantiert.
2. Weitere Untersuchungen sind notwendig um den Schweregrad der Engstellen und die Auswirkung auf die Herzdurchblutung zu ermitteln. Je nach Ergebnis wird dann eventuell eine Dehnung (mittels Ballon/Stent) in einer zweiten Sitzung, eine Bypass-Operation oder Änderung der medikamentösen Therapie vorgeschlagen.

Ist das Kontrastmittel gefährlich?
Die Gabe eines Kontrastmittels wird in der Regel ohne Probleme toleriert. In manchen Fällen kann ein Wärmeempfinden auftreten. Dies tritt während der Injektion auf und klingt wieder sehr schnell ab. In sehr seltenen Fällen wird das Kontrastmittel vom Patienten nicht vertragen und es kommt zur so genannten Kontrastmittelreaktion (allergische Reaktion mit Schüttelfrost, Hautrötung, Blutdruckabfall oder Übelkeit). Durch entsprechende Medikamente können diese Beschwerden aber sehr rasch behandelt werden, bzw. können diese bei bekannter Kontrastmittelunverträglichkeit auch schon vor der Untersuchung verabreicht werden. Da das Kontrastmittel über die Nieren ausgeschieden wird, soll am Tag vor und nach der Untersuchung ausreichend getrunken werden, manche Schmerz-und Diabetes-Medikamente (Metformin, Diabetex®, Glucophage®) jedoch nicht eingenommen werden.
Wenn Ihre Nierenwerte erhöht sind, erhalten Sie von Ihrem Internisten in vielen Fällen Infusionen, die vor und nach der Katheteruntersuchung gegeben werden.

Was passiert unmittelbar nach der Linksherzkatheteruntersuchung?
Nach der Untersuchung wird die Punktionsstelle in der Leiste entweder sofort noch im Katheterraum mit einem Verschlusssystem verschlossen oder, wenn die Wirkung der blutgerinnungshemmenden Medikamente, die Sie während des Eingriffs erhielten, abgeklungen ist, mittels 15 bis 30-minütiger händischer Kompression durch den Arzt auf der Station. Danach wird die Wunde mit einemDruckverband und zwei etwa 2 kg schweren Sandsäcken versorgt. Der erste Sandsack wird üblicherweise nach 4, der zweite nach 8 Stunden entfernt.

Warum ist ein Druckverband notwendig?
Da in arteriellen Gefäßen ein hoher Blutdruck herrscht, muss man, um Komplikationen wie ausgedehnte Blutungen (Hämatome) oder die Bildung von Gefäßverletzungen (Pseudoaneurysmen) zu vermeiden, einen Gegendruck mittels Druckverband erzeugen.

Warum erhalten nicht alle Patienten ein Verschlusssystem?
Leider ist es aus technischen und anatomischen Gründen nicht bei jedem Patienten möglich. Außerdem wird kein Verschlusssystem verwendet, wenn weitere Herzkatheteruntersuchungen geplant sind.

Wie lange muss ich im Bett bleiben?
Erhält der Patient ein Verschlusssystem, kann er nach 2-6 Stunden wieder aufstehen, wird die Wunde nur komprimiert, bestehen 16 Stunden Bettruhe. Die lange Liegezeit ist notwendig, um Komplikationen zu verringern. Wichtig ist, in dieser Zeit das betroffene Bein möglichst ausgestreckt zu lassen und auch den Oberkörper nicht zu weit aufzurichten.

Wann darf ich wieder essen?
Sobald die Punktionsstelle in der Leiste verschlossen und der Druckverband angelegt wurde, dürfen Sie wieder essen und trinken. Achten Sie darauf, nach der Katheteruntersuchung reichlich zu trinken, um das Kontrastmittel möglichst schnell wieder auszuscheiden.

Wann darf ich nach Hause?
Sofern keine weiterführenden Untersuchungen notwendig sind, ist eine Entlassung manchmal schon am nächsten oder übernächsten Tag möglich.

Was muss ich zu Hause beachten?
In den ersten Wochen vermeiden Sie schwere körperliche Tätigkeiten. Autofahren ist ohne Probleme möglich. Duschen erst nach 3 Tagen – das Pflaster in der Leiste können Sie dann entfernen. Sollten Sie einen Bluterguss durch den Eingriff haben, können Sie eine Hämatomsalbe auftragen. Nimmt die Schwellung jedoch zu und/oder treten Schmerzen auf, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

 
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