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Inhalt: Herz-Lungen-Zentrum Ebreichsdorf, Dr. Manfred Zehetgruber, Dr. Leopold Stiebellehner, Internist Wien, Pulmologe Wien, Kardiologe Wien, Pulmologie, Lungenfacharzt, Kardiologie, Innere Medizin, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Atemnot, Asthma, Schlafapnoe

Herzensbildung

Ein medizinischer Ratgeber zu Herz-Kreislauferkrankungen


Leseprobe:
Ballondilatation und Stentimplantation

Wird bei der Herzkatheteruntersuchung eine Verengung oder ein Verschluss eines Herzkranzgefäßes festgestellt, so kann diese meist mittels Ballonkatheter aufgedehnt oder der Verschluss wiedereröffnet werden. Das für die interventionelle Kardiologie revolutionäre Verfahren wurde PTCA (Percutaneous Transluminal Coronary Angioplasty) genannt. Der Name beschreibt, dass man einen Einstich durch die Haut macht (P), den Weg zum Herzen (C) durch ein Gefäss wählt (T) und dann das Herzkranzgefäß aufdehnt (A). Dabei wird ein spezieller Katheter mit einem Ballon in den Bereich der verengten Stelle vorgeschoben. Dort wird der Ballon vorsichtig aufgeblasen und so die Engstelle beseitigt. Während des Aufblasens empfinden Sie eventuell ein Druckgefühl in der Brust. Danach wird der Ballon wieder entfernt. Oftmals wird anschließend ein Stent (feines Metallgeflecht, dient als Gefäßstütze) implantiert. Dieser wird ebenfalls mit Hilfe des Ballonkatheters bis zur Engstelle vorgeschoben und dort durch Aufblasen des Ballons platziert. Er wird später von der Gefäßinnenhaut überwachsen.

Was sind die Risiken einer Ballondilatation bzw. einer Stentimplantation?
Neben den typischen Risiken einer Herzkatheteruntersuchung kann es bei einer Ballondilatation im Rahmen der Aufdehnung einer Engstelle oder beim Einbringen eines Stents zu einem vollständigen Verschluss des Gefäßes kommen. In den meisten Fällen können solche Verschlüsse allerdings im Rahmen derselben Untersuchung wieder eröffnet werden. In ganz seltenen Fällen ist eine akute Bypass-Operation notwendig.

Wann darf ich nach einer Stent implantation nach Hause?
Wurde eines Ihrer Herzkranzgefäße mittels Ballon oder Stent aufgedehnt, dürfen Sie in den meisten Fällen schon ein bis zwei Tage nach dem Eingriff nach Hause. Vorausgesetzt natürlich, es sind keine weiteren Untersuchungen notwendig und keine Probleme aufgetreten.

Kann sich ein gedehntes Gefäß wieder verengen?
Ja, gedehnte Gefäße können sich wieder verengen. Auch die Implantation eines Stents gibt keine hundertprozentige Sicherheit. Durch Vernarbungsprozesse und das Fortschreiten der Atherosklerose kann es im Bereich des Stents zu neuerlichen Engstellen (Restenose) kommen. Die Gefahr einer Restenose besteht besonders in den ersten 6 Monaten. Einerseits weil es im Rahmen der Gefäßdehnung zu einer Verletzung der Gefäßinnenschichten kommt und eine überschießende Wundheilung das Gefäß wieder verengen kann. Andererseits weil sich an das Drahtgeflecht des Stents Blutplättchen anlagern können und dies zu einer Thrombenbildung führt, die den Stent verschließen. Nach sechs Monaten ist der Stent von der Gefäßinnenschicht (Endothel) überzogen und die Wundheilung abgeschlossen. Erneut verschlossene oder verengte Gefäße können auch mehrmals wiedereröffnet werden. Um das Risiko einer Restenose möglichst klein zu halten, müssen nach Implantation eines Stents gerinnungshemmende Medikamente eingenommen werden. Die Verbesserung der medikamentösen Begleittherapie, wie auch die Entwicklung medikamentös beschichteter Stents (drug eluting stents) führt zu zunehmend besseren Ergebnissen.

Wann ist eine Bypass-Operation notwendig?
Notwendig wird eine Bypass-Operation dann, wenn die Stenose nicht mehr aufgedehnt werden kann, bzw. an einer Stelle liegt, die für einen Stent unzugänglich ist oder mehrere Gefäßverengungen/ -verschlüsse vorliegen.

 
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